Mit dem Auto quer durch Costa Rica!

14Mai2019

Santa Teresa

Die nächste 3,5-stündige Fahrt führte uns über provisorisch ausgegrabene Schotterstraßen, eine Vielzahl von Bergen, sehr schlaglochreiche Waldwege und durch einen Fluss nach Santa Teresa. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug rasante 20 km/h. Endlich am Hostel "Vidamar" angekommen, warteten wir auf Amalia, die uns den Schlüssel zu unserem Zimmer geben sollte. 5 Minuten später kam sie mit ihrem Jeep angefahren, begrüßte uns, zeigte uns unser Zimmer und zeigte uns kurz auf einer Karte die Hotspots von Santa Teresa.
Gezahlt werden konnte wie in vielen Hostels in Costa Rica nur in Cash. Da wir nicht mehr genug Bargeld hatten, verabredeten wir uns mit Amalia für den nächsten Tag.

Da es schon recht spät war und wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, wollten wir als erstes Abendessen machen. Ein Blick in unsere "Foodbag" schmiss unseren Plan allerdings völlig über den Haufen. Durch die tropische Luft war unser Gemüse komplett vergammelt und stank. Improvisieren war nun angesagt. Es gab Wraps mit Avocado, Möhren und Erdnüssen. Zum Nachtisch gab es dann allerdings eine komplette Ananas.🍍 Yummy! 🙊

Danach hieß es ab ins Bett. So eine lange ereignisreiche Autofahrt macht doch sehr müde.

Den nächsten Tag ließen wir langsam angehen. Wir schliefen lange, liefen zum Supermarkt um etwas zum Frühstück zu besorgen und setzten uns schließlich an den Strand und frühstückten. Der Strand war wirklich schön. Es gab mehrere durch Felsformationen entstandene natürliche Pools. Der Strand war kilometerlang und dank des bedeckten Himmels auch menschenleer. Nur ein paar einzelne Surfer konnte man in den Wellen entdecken. Santa Teresa gilt in Costa Rica als einer der Hauptsurfspots.

Nach dem Frühstück, welches aus Baguette und Frischkäse bestand, sprangen auch wir einmal ins Wasser. Das Wasser war erfreulicherweise erfrischend kühl. Bei den täglichen 34 Grad und der tropischen Luft wirklich angenehm. Wir genossen den Strand noch einige Stunden bevor wir zurück zum Zimmer gingen um unsere Kreditkarten zu holen. Wir mussten ja noch Bargeld abheben um das Zimmer zu bezahlen.

Also liefen wir durch den ganzen Ort, vorbei an süßen Cafés, Surfshops und anderen kleinen Lädchen bis zur Bank. Mit dem ganzen Bargeld in der Tasche war uns nach einer eiskalten Limonade zumute. Also kehrten wir im "Earth Café" ein und bestellten eine "Freaky Mint" (Wassermelonen-Minze-Limonade) und eine "Freshly Squeezed Lemonade" (frisch gepresste Limonade). Das Café war wirklich klein und super süß eingerichtet. Unsere Getränke schmeckten super. Auch die Speisekarte hörte sich so gut an, sodass wir beschlossen, am nächsten Morgen dort frühstücken zu gehen.


Zurück im Hostel schrieben wir Amalia, dass wir jetzt im Zimmer sind und zahlen können. Da sie erst gegen 6 kommen konnte und es plötzlich wie aus Kübeln regnete nutzen wir die Zeit um organisatorische Dinge zu erledigen. Nachdem wir das Zimmer bezahlt hatten bekamen wir langsam Hunger. Leider hatte es immer noch nicht aufgehört zu regnen, sodass wir durch den Regen zum "Super Ronny" liefen, dem Supermarkt. Das Abendessen fiel wir üblich nicht sehr einfallsreich aus. Es gab Pita-Taschen mit Gemüse.

Monteverde

Am nächsten Tag fuhren wir nach dem wirklich sehr guten Frühstück im "Earth Café", knapp 4,5 Stunden nach Monteverde. Wir waren darauf gefasst die schlechten Straßen wieder zurück zu fahren, doch wurden positiv überrascht. Zwar waren die Straßen trotzdem schlecht - wir mussten diesmal 3 Flüsse durchqueren - aber es gab tatsächlich Abschnitte, in denen wir schneller als 20 km/h fahren konnten. Leider sind wir diesmal auch direkt in eine Polizeikontrolle geraten, was aber nicht weiter schlimm war. Da die Polizisten kaum Englisch sprachen (was in Costa Rica eher selten passiert) und wir kaum Spanisch, gaben sie sich mit unseren Reisepässen zufrieden und ließen uns wieder fahren. Richtig unnötig. 😄

Gegen halb 5 kamen wir schließlich in Monteverde und in unserem Hostel, dem "California Hostel" an. Rosie und Gabriel begrüßten uns herzlich und zeigten uns unser Zimmer. Da das Hostel erst vor 3 Wochen geöffnet hatte und nicht ausgebucht war, gab Rosie uns sogar ein etwas größeres Zimmer.
In Monteverde war es deutlich kühler als an der Küste, sodass wir sogar die Jeansjacken wieder rauskramen mussten.

Wir liefen in den kleinen Ort. Auch hier gab es viele gemütliche Restaurants, Souvenirshops und Tourenanbieter. Wir waren allerdings auf der Suche nach einem Supermarkt und würden am Ende der Hauptstraße auch fündig. Wir kauften mal wieder für unser Standardessen "Wraps" ein. Wraps sind immer eine erfrischende Abwechslung zu Nudeln und Reis.

Zurück im Hostel erkundigten wir uns nach einem schönen Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Schnell setzten wir uns ins Auto und fuhren zu dem 10 Minuten entfernten Aussichtspunkt den Rosie uns empfohlen hatte. Es war nämlich schon spät und viel war von der Sonne nicht mehr zu sehen. Diesmal gab es Wassermelone als Vorspeise mit einer sagenhaften Aussicht über die Wälder und Felder Costa Ricas. Die Wraps aßen wir anschließend im Auto, da es mittlerweile schon recht dunkel geworden war. Eine verzwickte Angelegenheit. 🙊

Den Abend ließen wir mit einem Film im Bett ausklingen.

Der nächste Tag führte uns in den Monteverde Cloud Forest. Das Reservat ist ein etwa 5.000 Hektar großes Schutzgebiet mit tropischen Wolkenwäldern. Der Plan war, auf dem Parkplatz noch gemütlich zu frühstücken und dann in den Park zu gehen. Da der Parkplatz aber etwas weiter entfernt lag und man mit einem Shuttlebus zum Parkeingang gefahren wurde, wurde aus diesem Plan nichts. Wir kauften unsere Tickets am Eingang (22 USD pro Person) des Parks und liefen los. Auch in diesem Nationalpark gibt es verschiedene Wanderwege die man laufen kann.

Die Wege waren sehr matschig und rutschig. Leider ist uns Experten erst im Auto aufgefallen, dass wir noch unsere Birkenstock Sandalen anhatten. Eigentlich wollten wir Turnschuhe anziehen. Aber was soll's! 😄

Wir machten uns auf den Weg. Es ging durch den tiefsten Dschungel, vorbei an kleinen Flüssen, auf und ab. Die Wege waren in Wolken gehüllt, sodass eine sehr geheimnisvolle Stimmung entstand. Irgendwie verrückt. Ab und zu begegneten uns einige kleine Tierchen, wie Raupen oder wirklich schön singende Vögel. Nach ein paar Mal auf und ab, kamen wir dann zu der roten Hängebrücke. Sie führt mitten durch den Dschungel und man kann einen Blick nach unten in die Tiefen des Dschungels riskieren. Wirklich cool! 

Als wir nach ca 2 Stunden alle Pfade gelaufen waren, stoppten wir noch im parkeigenen Souvenirshop und ließen uns dann vom Shuttle wieder zurück zu unserem Auto bringen. Zurück im Hostel hüpften wir erst einmal unter die Dusche. Unser Schuh-Faux-Pas hatte seine Spuren hinterlassen. Unsere Beine waren von oben bis unten mit Matsch bespritzt. Nach der wirklich wirklich sehr kalten Dusche frühstückten wir erstmal. Um 14 Uhr!!! 

Da es danach wieder anfing zu regnen und zu gewittern, verzogen wir uns wieder auf unser Zimmer. Nachdem wir noch ein paar Videoanrufe getätigt haben und unseren anstehenden Florida-Aufenthalt geplant haben, entschieden wir uns jedoch trotz des Regens noch einmal das Haus zu verlassen. Wir steuerten auf das kleine Örtchen zu. Nachdem wir in sämtlichen Souvenir-Shops leer ausgingen, entschieden wir uns dafür in einem kleinen Restaurant zu Abend zu essen. Das "The Open Kitchen" hat israelische Besitzer und mischt alle Street-Food-Kulturen miteinander. Wir bekamen einen gut gefüllten Falafel-Teller und zum Nachtisch gab es einen unglaublich leckeren Schokokuchen. Vollgemampft fielen wir danach ins Bett!

Um 11 Uhr am nächsten morgen starteten wir unsere Fahrt nach La Fortuna. Im Ort fanden wir eine kleine Bäckerei in welcher wir uns fürs Frühstück und für die Fahrt austatteten. Da wir auch noch tanken mussten, genossen wir die Gelegenheit und fuhren noch einmal am Aussichtspunkt vorbei um dort unser Frühstück zu genießen. 

Es standen wieder 3 Stunden Fahrt vor uns. Diesmal mit einer wunderschönen Strecke um den "Lake Arenal". Da es hier größtenteils gut ausgebaute Straßen gab, kamen wir pünktlich in La Fortuna am "Arenal Container Hostel" an. Dieses Hostel beteht aus alten Containern, welche zu Zimmern umfunktioniert wurden. Das hat wirklich einen coolen Stil. Wir wurden freundlich empfangen und in unser 4-Bett-Zimmer gebracht. Nach der langen Fahrt waren wir kaputt und entspannten uns in den hosteleigenen Hängematten, welche glücklicherweise direkt vor unserem Zimmer hingen. Nach ein paar Minuten gesellten sich unsere Zimmernachbarinnen zu uns. Naomi aus den USA und Joy aus Korea. Die beiden hatten sich auch erst am Morgen kennengelernt und waren supernett. WIr quatschten ein wenig und beschlossen dann uns etwas zum Abendessen zu besorgen. Da die beiden nur im 2-wöchigen Urlaub waren und nicht auf ihr Budget achten mussten gingen sie in ein Restaurant. Wir marschierten natürlich zum Supermarkt und kauften Nudeln und Tomatensoße ein. Seeeeeehr spannend. Nachdem wir gekocht hatten, gesellten sich die beiden Mädels auch wieder zu uns. In weiser Vorraussicht hatten sie auf dem Weg ein 6er Bier besorgt und wir quatschen den ganzen Abend. Außerdem entschieden wir am nächsten Tag alle 4 eine gemeinsame Tour zum "Vulkan Arenal" zu machen. Also ab ins Bett! 

Am Samstag machten wir uns also zu viert auf um den "Ecological Park Arenal" zu erkunden. Nach der etwas spärlichen Wegbeschreibung des Hostelmitarbeiters konnten wir den Park erst nach einer Stunde Sucherei erreichen. Eigentlich war er nur 15 Minuten entfernt. Nach einer 1-stündigen Wanderung erreichten wir den Fuß des Vulkans. Hier war es viel heißer als auf dem ganzen Weg hinauf. Die Spitze des Vulkans hüllte sich in dicke Wolken, doch wenige Minuten später waren die Wolken weg und wir hatten eine freie Sicht auf den Vulkan in seiner ganzen Pracht. Nachdem wir uns wieder etwas erholt hatten machten wir uns auf den Rückweg. Dieser sollte am See enden in dem wir eine kleine Erfrischungspause machen wollten. Am See angekommen waren ca 20 Leute dort, welche schrien und sprangen und Fotos machten. Da dies eine Reisegruppe war und sie nur begrenzt Zeit hatten, verschwanden sie nach ein paar Minuten und wir hatten alles für uns alleine.

Von einem kleinen Vorsprung konnte man hier ca 5 Meter tief ins Wasser springen. Das konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Naomi machte es vor, Joy sprang direkt hinterher, dann kam ich und Jojo sprang letztendlich nach ein bisschen Muffensausen auch die Klippe herunter. Hier verbrachten wir ca 1 Stunde bevor wir uns in unseren Badeklamotten auf den Rückweg zum Hostel machten. Diesmal fanden wir den Weg auch direkt. Zurück am Hostel gönnten wir uns ein landestypisches Mittagessen im anliegenden "Soda". So nennen die einheimischen hier kleine Restaurants. Franklin, der seeeeehr charmante Wirt servierte uns das Landsgericht "Casado".

Nachdem wir alle 4 einen kleinen Mittagsschlaf machten, rafften wir uns noch einmal auf um die "Hot Springs" zu besuchen. Dies ist ein Fluss, mitten im Dschungel, welcher durch das Vulkangebirge aufgehitzt wird. Auch hier besorgten wir uns wieder ein 6er Bier und hockten uns in das badewannenwarme Wasser. Es wurde langsam dunkel und in dem Dschungel fingen die Glühwürmchen an zu fliegen. EInige andere Leute hatten sich Kerzen mitgebracht und sie am Ufer aufgestellt, aus einer anderen Ecke kam leise Musik. Das Ganze gestaltete sich wirklich sehr gemütlich, sodass wir ca 1 Stunde im Fluß saßen, quatschten und die Nacht genossen. Als wir ins Hostel zurückkehrten waren wir alle völlig erschöpft und fielen nach einer Dusche totmüde ins Bett. 

Puerto Viejo

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns voneinander. Naomi und Joy entschieden gemeinsam in die andere Richtung weiterzureisen, während wir uns auf den Weg nach Puerto Viejo machten. Eine 5-stündige Fahrt stand bevor. Die Strecke führte uns diesmal glücklicherweise über geteerte Straßen. Wir machten noch einen kleinen Stopp in einer Stadt um uns ein Erfrischungseis zu kaufen und fuhren dann am karibischen Meer entlang bis zum Strand nach Puerto Viejo. Auch hier, im "Sol de Nit", wurden wir freundlich empfangen und zu unserem Zimmer gebracht. Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, wollten wir den Strand erkunden und waren ganz erstaunt, als wir sage und schreibe ca 1,5 Minuten später an einem paradiesischen Traumstrand standen. Hier verbrachten wir etwas Zeit, hüpften ein paar Mal in das Karibische Meer. Wirklich traumhaft. Als es dunkel wurde hüpften wir ins Auto und fuhren zum Supermarkt. Leider wohnen wir dieses Mal etwas außerhalb weswegen wir nicht zu Fuß laufen konnten. Wir entschieden uns, eine Gemüse-Reis-Pfanne zu kochen und kauften dafür ein. Zurück im Hostel kochten wir und fielen auch bald wie müde Krieger in unser völlig überhitztes Zimmer. Hier gibt es leider keine Klimaanlage. Bei 33 Grad. Ganz schön warm!!! 

Am heutigen Tag haben wir bis ca 10 Uhr geschlafen. Zum Frühstück gab es Haferflocken mit Naturjoghurt, Apfel und Kiwi. Gut gestärkt haben wir uns in unsere Bikinis geschmissen und sind die knapp 20 Meter von unserem Hostel bis zum Strand gelaufen. Weil es so warm war, sind wir direkt ins Wasser gesprungen. Dieser Strand ist einfach wunderschön. Nach ca 3 Stunden Wechsel zwischen Handtuch und Wasser entschieden wir uns ein Stück zu laufen und die Bucht in ihrer ganzen Pracht zu begutachten. Einfach nur schön.

Gegen 15 Uhr gingen wir dann zurück ins Zimmer. Leider war in der ganzen Straße Stromausfall und aus irgendeinem Grund funktionierten die Duschen in unserem Hostel auch nicht mehr, sodass wir sandig vor unserem Zimmer auf unserer Terrasse warteten. Als sich nach 45 Minuten immer noch nichts tat, hatten wir keine Lust mehr zu warten. Wir zogen uns schnell etwas über und fuhren in den kleinen Ort Puerto Viejo.
Im Ort bekommt man das karibische Flair so richtig zu spüren. Kein Stress, keine Hektik. Alle sind entspannt. Am Straßenrand reihen sich Strandbars und Restaurants an kleine Boutiquen. Die meisten Bars und Restaurants hatten zu der Zeit noch geschlossen. "Siesta!" Wir setzten uns in eine Bar direkt am Strand und nutzen die Happy Hour (2 für 1) aus. Der/Die Kellner/in (undefinierbar ob männlich oder weiblich) brachte uns zwei Mojitos. Mit Blick auf die Wellen genossen wir unsere Cocktails. Diese zeigten auch schnell ihre Wirkung, denn wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und es war mittlerweile schon 17 Uhr.

Wir bezahlten unsere Rechnung und fuhren zurück in unser Hostel. Hier gab es für uns heute die Reste von gestern. Nichts besonderes, aber lecker.

Glücklicherweise funktionierte der Strom und somit unsere Dusche auch wieder. Also sprangen wir schnell unter die Dusche und verbrachten den restlichen Abend damit diesen Blogeintrag hier zu schreiben. 🙊 Besser spät als nie 😋